Warum guter Schlaf kein Luxus ist – sondern deine beste Entscheidung

Inhalt

Vorwort

Wenn wir über Schlaf reden, dann reden wir nicht über eine unbedeutende Sache, die wir nebenbei gestalten, wie es uns gefällt, sondern um den wichtigsten Abschnitt des Tages. Denn hier entscheidet sich unser Wohlbefinden von morgen. 

Wer meine Über-mich-Seite kennt, weiß: Ich arbeite im Schichtdienst. Gut zu schlafen ist für mich keine Selbstverständlichkeit, sondern eine meiner größten Herausforderungen.

Gerade deshalb bin ich ständig auf der Suche nach Ideen, Erkenntnissen und kleinen Stellschrauben, um meinen Schlaf so erholsam wie möglich zu gestalten – trotz wechselnder Zeiten und voller Tage.

Unser Schlaf ist wohl das wichtigste Puzzleteil für ein ausgeglichenes Leben und das Fundament für unser allgemeines Wohlbefinden. Wie gut wir schlafen, ist entscheidend für unsere Stimmung, unser Denken und unser Handeln. Er bestimmt, mit welchem Lebensgefühl wir durch den Tag gehen.

“Ich denke du kennst das auch”

Ist unser Schlaf alles andere als erholsam, dann starten wir eine Negativspirale die sich durch den Tag zieht:

  • wir sind träge und antriebslos. 
  • wünschen uns einen neuen Job mit flexiblen Arbeitszeiten. 
  • wir sind nicht konzentriert und vergesslich. 
  • Entscheidungen fallen uns schwer.
  • negative Gedanken schleichen sich ein. 
  • wir reagieren gereizter auf alles und jeden – meist ohne Grund.
  • schleppen uns von Aufgabe zu Aufgabe – beruflich wie privat. 
  • wir sagen Treffen ab, mit Menschen, die uns gut tun, auf die wir uns vorher noch gefreut haben. 
  • wir vertrösten unsere Lebensziele auf morgen.
  • Sportprogramm?! heute, auf keinen fall.
  • kochen?! och nö, wir bestellen etwas.

Unser Wohlbefinden leidet! Wir akzeptieren die Prokrastination und sind uns der daraus entstehenden Konsequenzen bewusst – aber wir ignorieren sie. 

Ist unser Schlaf dagegen erholsam, dann:

  • starten wir dynamisch in den Tag. 
  • wir starten unsere Morgenroutine – machen uns fertig für die Arbeit. 
  • wir sind geistig sofort im Hier & Jetzt.
  • Entscheidungen fallen leichter. 
  • wir sind ausgeglichener.
  • erledigen leichter unsere Aufgaben. 
  • freuen uns auf unsere Verabredungen. 
  • verfolgen leidenschaftlich unsere Lebensziele. 
  • halten uns an unser Sportprogramm. 
  • achten auf unsere Ernährung.
  • und wir sind offen für spontane Planänderungen oder Ereignisse ohne negativen Nachhall.

Und all das beginnt – oder scheitert – oft in der Nacht davor.

Ob wir durchstarten oder durchhängen, liegt selten an Disziplin oder Motivation. Es liegt am Zustand, in dem wir aufwachen. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen:

Damit wir nicht unwissentlich und wahllos an Stellschrauben drehen, die unseren Schlaf negativ beeinflussen, sollten wir uns fragen – was ist und passiert im Schlaf?

 

Was passiert im Schlaf? - Die Vorgänge im Körper und Gehirn

Beim Schlafen laufen im Körper und Gehirn zahlreiche lebenswichtige Prozesse ab, die weit über bloßes Ausruhen hinausgehen. Schlaf ist ein aktiver Zustand, der für Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit wesentlich ist.

 

Schlafphasen und ihre Funktionen

Der Schlaf gliedert sich in verschiedene Phasen, die sich in mehreren Zyklen pro Nacht abwechseln:

 

  • Einschlafphase: Übergang vom Wachsein zum Schlaf, Körper und Geist kommen zur Ruhe.

 

  • Tiefschlaf: Besonders erholsam, wichtig für körperliche Regeneration, Zellreparatur und Stärkung des Immunsystems

 

  • Leichtschlaf: Der größte Teil des Schlafs dient der Erholung und der ersten Verarbeitung von Informationen.

 

  • REM-Schlaf (Traumschlaf): Das Gehirn ist sehr aktiv, Träume treten auf, emotionale und kognitive Eindrücke werden verarbeitet.

 

Regeneration und Reparatur

Im Schlaf regenerieren sich Zellen, Wunden heilen, das Immunsystem wird gestärkt und Kinder wachsen. Der Körper nutzt die Ruhephase, um Reparaturprozesse durchzuführen und das Immunsystem zu stabilisieren.

 

  • Du trainierst im Fitnessstudio – hältst dich an deinen Trainings- und Ernährungsplan, aber dein Muskelwachstum bleibt aus – dann reflektiere dein Schlafverhalten, hier könnte deine Lösung sein. Dieser findet in der Nacht statt.

 

  • Du bist häufig Erkältet oder anfällig für andere Leiden. Auch hier solltest du deinen Schlaf beobachten.

 

Verarbeitung von Eindrücken und Gedächtnisbildung

Im Schlaf verarbeitet das Gehirn Eindrücke, Informationen und Emotionen des Tages. Erlebnisse werden sortiert, verworfen oder ins Langzeitgedächtnis übertragen. Besonders der REM-Schlaf spielt eine wichtige Rolle für das emotionale Gleichgewicht und die Gedächtnisbildung.

 

  • Du büffelst wie verrückt und kannst dir nichts merken, dann liegt das am büffeln, sorry. Wenn du allerdings Gehirn-gerecht lernst und dir nichts mehr merken kannst, dann reflektiere deinen Schlaf. Hier findest du die Lösung deines Problems.

 

  • Bei dieser Schlafphase überspielt der Hippocampus das Gelernte zum Cortex (Langzeitgedächtnis). Der Cortex braucht viele Wiederholungen, um es dauerhaft abzulegen. Also eine lange REM-Phase. Schlechter Schlaf unterbricht diese Phase, wenn du sie überhaupt erreichst. Das heißt, vieles wird nicht im Cortex abgelegt und der Hippocampus wird wieder gelöscht. Er hat leider einen limitierten Speicher. Dieser wird am nächsten Morgen wieder gebraucht. 

 

Hormonproduktion und Stoffwechsel

Der Körper schüttet im Schlaf wichtige Hormone aus, darunter Melatonin (reguliert den Schlaf-Wach-Rhythmus), Wachstumshormone (fördern Zellreparatur und Wachstum) und andere Botenstoffe. Auch der Stoffwechsel wird reguliert, Puls und Blutdruck sinken, das Herz-Kreislauf-System wird entlastet.

 

  • Auch ein fehlender Erfolg beim Abnehmen oder ein unerklärliches Zunehmen könnte mit deinem Schlaf zusammenhängen. Schlechter Schlaf beeinflusst deinen Stoffwechsel – genauso wie Stress.

 

Muskelentspannung und körperliche Veränderungen

Die Muskeln entspannen sich, die Körpertemperatur sinkt, Herzfrequenz und Atmung werden ruhiger. In der REM-Phase ist die Muskulatur nahezu gelähmt, damit geträumte Bewegungen nicht ausgeführt werden.

 

  • Das kann ich nicht ganz so bestätigen. Nachdem meine Queen mich mit einem Tritt aus meiner REM-Schlaf-Phase und aus dem Bett befördert hat – mit der morgendlichen Entschuldigung – “Ich muss wohl geträumt haben” – besteht hier noch Klärungsbedarf. Sowohl wissenschaftlich als auch privat! Allerdings heißt es ja – „die Muskulatur ist nahezu gelähmt“!

 

Erkenntnis:

Im Schlaf finden komplexe und koordinierte Prozesse statt, die für die körperliche und geistige Gesundheit unverzichtbar sind. Schlaf ist nicht nur Erholung, sondern ein aktiver Zustand, in dem der Körper repariert, das Gehirn aufräumt, Erinnerungen festigt und das Immunsystem stärkt.

 

Wie du siehst, ist Schlaf alles andere als nur Erholung. Und schon gar nicht nur eine Stellschraube, an der man kurz dreht und alles ist gut. Es ist schon ein wenig mehr und ich zeige dir in meiner Serie, wie ich meinen Schlaf Schritt für Schritt verbessert habe.

Ich bin mir sicher das du , das eine oder andere für dich entdecken wirst.

Was du tagsüber lebst, entscheidet, wie du nachts schläfst.
Kapitel 2: Die Innere Uhr – Dein persönlicher Taktgeber für den Tag und die Nacht

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